Orderausführung: von der geplanten Order zur tatsächlichen Position · 5 / 5
Implementation Shortfall mit einem festen Referenzpreis berechnen
Der durchschnittliche Ausführungspreis zeigt, zu welchen Preisen die ausgeführte Menge gehandelt wurde. Er misst allein noch nicht die Kosten der ursprünglichen Handelsentscheidung. Ein günstiger Durchschnitt kann mit einer teuren Verzögerung oder einer großen nicht ausgeführten Restmenge einhergehen. Lege deshalb die beabsichtigte Menge, den Entscheidungspreis, den Bewertungszeitpunkt und den Umgang mit nicht ausgeführten Mengen fest, bevor du das Ergebnis kennst.
Athenum6 Min.Aktualisiert:
Die Vergleichsannahme vor dem Ergebnis festlegen
Für einen hypothetischen Kauf ohne Kreditfinanzierung vergleichen wir das tatsächlich entstandene Portfolio mit einem sofortigen Kauf der gesamten beabsichtigten Menge zum Entscheidungspreis. Dieser Referenzfall dient der Messung; er behauptet nicht, dass eine sofortige Ausführung ohne Kosten tatsächlich verfügbar war. Bei unrealistisch großen Mengen kann ein solcher Vergleich sogar irreführend sein. Die angenommene Menge muss zur praktisch handelbaren Liquidität passen. Ohne Zinsen, Funding oder weitere Zahlungsströme im kurzen Bewertungsintervall ergibt sich der Shortfall aus Preisabweichung der Ausführungen, expliziten Gebühren und der referenzbezogenen Preisänderung der nicht ausgeführten Menge. Für Verkäufe müssen die Vorzeichen entsprechend hergeleitet werden; die Kaufformel lässt sich nicht unverändert übernehmen.
Die Zerlegung am Ankunftspreis abgleichen
Angenommen, der Referenzpreis beträgt 100,15 USDT, als die Order erstmals am Handelsplatz eintreffen könnte. Die sieben ausgeführten Einheiten kosten zusammen 0,05 USDT weniger als sieben Einheiten zu diesem Ankunftspreis. Diese Ersparnis lässt sich nur mit ausdrücklich genanntem Vergleichspreis beurteilen. Sie beseitigt nicht die Verzögerung seit der Entscheidung. Dasselbe Gesamtergebnis setzt sich dann aus 1,50 USDT Verzögerung auf alle zehn geplanten Einheiten, −0,05 USDT Ausführungsabweichung zum Ankunftspreis, 0,75 USDT anschließenden Opportunitätskosten auf die drei nicht ausgeführten Einheiten und 0,35050 USDT Gebühren zusammen. Die Summe bleibt 2,55050 USDT. Es handelt sich um eine alternative Zerlegung. Addiere nicht beide Darstellungen und zähle dadurch die Verzögerung doppelt.
Zehn Einheiten geplant, sieben ausgeführt: 2,55050 USDT Shortfall
Die Entscheidung lautet, zehn Einheiten bei einem Referenzpreis von 100,00 USDT zu kaufen. Vier Einheiten werden zu 100,10 und drei zu 100,20 ausgeführt; drei bleiben unausgeführt. Zum vorher festgelegten Bewertungszeitpunkt steht der Preis bei 100,40. Die beispielhafte Gebühr beträgt 0,05 % des ausgeführten Nominalwerts. Dieser beläuft sich auf 400,40 + 300,60 = 701,00 USDT. Die sieben Ausführungen kosten damit 1,00 USDT mehr als sieben Einheiten zum Entscheidungspreis; die Gebühr beträgt 0,35050 USDT. Die nicht gekauften drei Einheiten verpassen einen Anstieg um jeweils 0,40 USDT. Daraus ergeben sich 1,20 USDT Opportunitätskosten. Insgesamt beträgt der Implementation Shortfall für diesen Vergleichspreis und Bewertungszeitpunkt 2,55050 USDT.
| Bestandteil | Berechnung | Kosten in USDT |
|---|---|---|
| Preisabweichung der Ausführungen | 701,00 − 7 × 100,00 | 1,00000 |
| Explizite Ausführungsgebühr | 701,00 × 0,0005 | 0,35050 |
| Opportunitätskosten der nicht ausgeführten Menge | 3 × (100,40 − 100,00) | 1,20000 |
| Gesamt | Summe der drei getrennten Bestandteile | 2,55050 |
Diagramm vergrößern- Preisabweichung der Ausführungen: 1 USDT
- Explizite Gebühr: 0,351 USDT
- Opportunitätskosten der Restmenge: 1,2 USDT
- Gesamter Implementation Shortfall: 2,551 USDT
Nicht nur ausgeführte Orders auswählen
Fällt der Preis, kann eine nicht ausgeführte Order negative Opportunitätskosten haben. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Referenzfall, kein realisierter Gewinn aus Einheiten, die du nie besessen hast. Entfernst du nicht ausgeführte oder abgelehnte Orders aus der Untersuchung, wählst du anhand der Ergebnisse aus und verzerrst den Vergleich. Behalte sämtliche Entscheidungen einschließlich aufgegebener Orders bei und nutze für alle Methoden denselben Bewertungshorizont. Trenne Preiseinfluss, Timing und allgemeine Marktbewegung nur dann, wenn die Daten diese Zuordnung erlauben. Aus der Gesamtsumme allein lässt sich keine Ursache ableiten.
Vor der Entscheidung
- Halte beabsichtigte Menge und Entscheidungspreis vor dem Absenden fest.
- Lege den Bewertungszeitpunkt für nicht ausgeführte Mengen fest.
- Erfasse explizite Gebühren einmal auf tatsächlich ausgeführte Mengen.
- Gleiche die Zerlegungen am Entscheidungs- und Ankunftspreis ab.
- Behalte abgelehnte, stornierte und nicht ausgeführte Entscheidungen in der Stichprobe.
Prüfe dein Verständnis
Bei denselben sieben Ausführungen und Gebühren liegt der Bewertungspreis bei 99,60. Wie hoch ist der Shortfall, und entspricht er dem Handelsgewinn?
Lösung mit Erklärung anzeigen
Die Opportunitätskosten betragen 3 × (99,60 − 100,00) = −1,20 USDT. Insgesamt ergibt sich 1,00 + 0,35050 − 1,20 = 0,15050 USDT Shortfall. Diese Zahl vergleicht das tatsächliche Portfolio mit dem Referenzkauf über zehn Einheiten. Sie ist weder der realisierte Gewinn noch das Ergebnis der tatsächlich gehaltenen sieben Einheiten.