Orderausführung: von der geplanten Order zur tatsächlichen Position · 4 / 5
Stop-Trigger mit der richtigen Preisquelle vergleichen
Eine bedingte Order beobachtet eine festgelegte Preisquelle. Letzter Handelspreis, Mark Price und Indexpreis können zum selben Zeitpunkt voneinander abweichen. Wer einen Last-Price-Chart betrachtet, aber einen Mark-Price-Trigger eingestellt hat, kann einen scheinbar verpassten Stop falsch beurteilen. Kläre zuerst die ausgewählte Preisquelle, statt nur auf das Kreuzen einer Linie im Chart zu schauen.
Athenum6 Min.Aktualisiert:
Beobachtung, Auslösung und Ausführung trennen
Unterscheide vier Zeitpunkte: die Beobachtung der Preisquelle, das Erfüllen der Triggerbedingung, die Aktivierung der Order und deren Ausführung gegen verfügbare Liquidität. Der Triggerpreis ist kein garantierter Ausführungspreis. Bedingte Orders können außerdem von Margin-Prüfungen, Ordergrenzen, Preisschutz, Verzögerungen und fehlender Markttiefe betroffen sein. Halte für jede Stufe Zeitstempel fest, wenn du das Ergebnis nachvollziehen möchtest.
Die Liquidation anhand ihrer eigenen Preisquelle prüfen
Die Liquidation hängt zusätzlich von Preisquelle und Kontozustand ab. Ein markpreisbasierter Liquidationsprozess kann fortschreiten, während ein Stop mit einer anderen Preisquelle noch auf seine Auslösung wartet. Auch ein angezeigter Liquidationspreis verändert sich mit Erhaltungsmargin, Sicherheiten, Gebühren und anderen Kontoaktivitäten. Vergleiche die richtige Preisquelle und einen vorab festgelegten Sicherheitspuffer. Ein scheinbar früher liegender Last-Price-Stop garantiert nicht, dass der Ausstieg vor der Liquidation ausgeführt wird.
Eine Schwelle, drei unterschiedliche Auslösezeitpunkte
Vergleiche drei hypothetische Verkaufsstops mit derselben Schwelle von 100,00 USDT für eine Abwärtsbewegung, aber mit unterschiedlichen Triggerquellen. Es handelt sich um alternative Einstellungen, nicht um die Anweisung, drei überlappende Ausstiegsorders zu platzieren. Sämtliche Preise werden zum angegebenen Zeitpunkt beobachtet; zu Beginn liegen alle oberhalb der Schwelle.
Allein die Preisquelle führt hier zu drei unterschiedlichen möglichen Auslösezeitpunkten. Über tatsächliche Ausführungen sagt die Tabelle nichts aus. Aktiviert der erste Trigger eine geschützte Marktorder und fehlt innerhalb der Schutzgrenze ausreichend Liquidität, kann die Order nach den Börsenregeln teilweise ausgeführt werden oder scheitern. Aktiviert der Trigger eine Limitorder, kann sich der Markt über das Limit hinausbewegen. Prüfe deshalb Orderstatus und Ausführungen, statt die Schwelle als garantierten Ausstiegspreis zu behandeln.
| Beobachtung | Letzter Handelspreis | Mark Price | Indexpreis | Jetzt erstmals erfüllter Trigger |
|---|---|---|---|---|
| 12:00:00 UTC | 100,20 | 100,25 | 100,30 | Keiner |
| 12:00:01 UTC | 99,95 | 100,10 | 100,15 | Last-Price-Trigger |
| 12:00:02 UTC | 99,80 | 99,98 | 100,02 | Mark-Price-Trigger |
| 12:00:03 UTC | 99,75 | 99,90 | 99,99 | Index-Price-Trigger |
Diagramm vergrößern- 12:00:00: alle drei Preisquellen über 100,00
- 12:00:01: der letzte Handelspreis unterschreitet die Schwelle
- 12:00:02: Mark Price darunter, Index noch darüber
- 12:00:03: Index darunter; Ausführungen separat prüfen
Eine Kerze rekonstruiert keine Ereignisreihenfolge
Ein nachträglicher Screenshot reicht nicht aus, um genaue Abläufe zu bestimmen. Kerzenhochs und -tiefs verdichten die Ereignisse innerhalb des Intervalls. Uhren können voneinander abweichen, und der Zeitstempel eines Börsenereignisses ist nicht identisch mit seinem Empfangszeitpunkt in deiner Anwendung. Ordne Preisbeobachtungen und Orderereignisse auf derselben Zeitachse ein. Wenn die Reihenfolge unbekannt bleibt, darf sie nicht durch jene Abfolge ersetzt werden, die die Strategie am besten aussehen lässt.
Vor der Entscheidung
- Notiere Triggerquelle und Auslöserichtung.
- Gleiche Börsenzeitstempel und Empfangszeit in der Anwendung ab.
- Trenne Trigger, Orderaktivierung und tatsächliche Ausführungen.
- Prüfe die Liquidation anhand ihrer Preisquelle und Kontoannahmen.
- Kennzeichne unbekannte Abläufe innerhalb einer Kerze als unbekannt.
Prüfe dein Verständnis
Um 12:00:02 liegt der Last-Price-Chart unter 100,00, aber der indexpreisbasierte Stop ist noch nicht ausgelöst. Beweist das bereits einen Fehler der Börse?
Lösung mit Erklärung anzeigen
Nein. Der Indexpreis beträgt zu diesem Zeitpunkt noch 100,02. Erst um 12:00:03 fällt er in der gezeigten Folge auf 99,99 und damit unter die Schwelle. Auch nach einer Auslösung zu diesem Zeitpunkt müsste eine tatsächliche Ausführung separat nachgewiesen werden.