Risiko und Orderausführung · 2 / 5
Hebel, Margin und Liquidationsrisiko auseinanderhalten
Der Hebel beschreibt das Verhältnis zwischen Exposure und Sicherheiten. Er verändert nicht die Kurssensitivität einer bereits festgelegten Menge. Gefährlich wird es, wenn der Hebel mehr Exposure ermöglicht oder geringere Sicherheiten zu wenig Spielraum vor der Liquidation lassen.
Athenum7 Min.Aktualisiert:
Vergleiche bei unveränderter Menge
Ein linearer Long über 0,1 BTC gewinnt oder verliert bei jeder Kursbewegung um 1 USDT genau 0,1 USDT. Das gilt bei 5× ebenso wie bei 20× Anfangshebel. Bei einem Einstieg von 60.000 beträgt der Nominalwert 6.000 USDT. Ohne Gebührenreserven ergibt sich die Initial Margin aus Nominalwert geteilt durch Hebel: 1.200 beziehungsweise 300 USDT.
Ein scheinbarer Widerspruch entsteht, wenn stattdessen die Sicherheiten konstant bleiben. Bei festen 300 USDT kann der Wechsel von 5× auf 20× den Nominalwert von 1.500 auf 6.000 USDT erhöhen. Menge und Kursrisiko vervierfachen sich dann. Sage deshalb immer dazu, ob du Menge oder Sicherheiten konstant hältst.
Für die Liquidation gelten die tatsächlichen Kontoregeln
Maintenance Margin ist die notwendige Sicherheitsleistung, um eine Position offen zu halten. Risikostufe, aktuelle Bewertung, Gebühren und Kontomodus beeinflussen die Schwelle. Ein vereinfachter Puffer ist das der Position zugeordnete Eigenkapital abzüglich Erhaltungsanforderungen. Damit lässt sich der Zusammenhang erklären; die Börsenberechnung ersetzt er nicht.
Die Liquidation kann vom Mark Price abhängen, während Chart oder Stop den letzten Handelspreis beobachten. Bei Cross Margin verändern andere Positionen und gemeinsame Guthaben das Kontorisiko. Bei Isolated Margin verändern zusätzliche Sicherheiten oder automatische Margin-Zuführung den eingesetzten Betrag. Prüfe einen angezeigten Referenz-Liquidationskurs daher zusammen mit den konkreten Kontoeinstellungen.
Gleiche Position, unterschiedlich große Sicherheitspuffer
Nimm hypothetisch eine Erhaltungsanforderung von 0,5 % ohne Abzug oder Reserve für Schließungsgebühren an. Am Einstieg beträgt sie 6.000 × 0,005 = 30 USDT. Der vereinfachte Anfangspuffer liegt damit bei 1.170 USDT für 5× und 270 USDT für 20×. Das sind Anfangspuffer, keine Abstände zu einem exakt berechneten Liquidationskurs.
Fällt Bitcoin von 60.000 auf 59.400, verlieren beide Positionen vor Kosten 60 USDT. Bei 20× wird ein deutlich größerer Anteil der anfänglichen Sicherheiten aufgebraucht. Für die echte Liquidationsschwelle müssten außerdem die aktualisierte Erhaltungsanforderung und die Börsenregeln berechnet werden; dieser bewusst begrenzte Vergleich lässt sie außen vor.
| Größe | 5× | 20× |
|---|---|---|
| Nominalwert | 6.000 USDT | 6.000 USDT |
| Initial Margin, vereinfacht | 1.200 USDT | 300 USDT |
| Anfängliche Maintenance Margin | 30 USDT | 30 USDT |
| Anfangspuffer | 1.170 USDT | 270 USDT |
| P&L bei 59.400 | −60 USDT | −60 USDT |
- Puffer bei 5×
- 1.170 USDT
- Puffer bei 20×
- 270 USDT
Ein Stop hinter der Liquidationsschwelle erfüllt seinen Zweck nicht
Ein Plan kann am Stop einen akzeptablen Verlust ausweisen, obwohl die Position vorher liquidiert werden könnte. Bei hohem Hebel oder unterschiedlichen Triggerpreisen ist das leicht zu übersehen. Prüfe die Ereignisreihenfolge bei einer ungünstigen Mark-Price-Bewegung. Sicherheiten und analytische Invalidierung müssen vor dem Einstieg zusammenpassen; ein optisch attraktives Chance-Risiko-Verhältnis löst den Widerspruch nicht.
Vor der Entscheidung
- Nenne Menge, Nominalwert und Sicherheiten getrennt.
- Prüfe Margin-Modus, Risikostufe und automatische Margin-Einstellungen.
- Kontrolliere Mark-, Index- oder letzten Handelspreis als jeweiligen Trigger.
- Plane unter Stress ausreichend Abstand zwischen beabsichtigtem Ausstieg und Liquidation.
Prüfe dein Verständnis
Ein Trader behält 0,1 BTC bei und reduziert den Hebel bei einem Einstieg von 60.000 von 20× auf 10×. Was ändert sich ohne Gebühren?
Lösung mit Erklärung anzeigen
Die Initial Margin steigt von 300 auf 600 USDT. Der Nominalwert bleibt 6.000 USDT; eine ungünstige Kursbewegung um 600 USDT verursacht weiterhin 60 USDT Verlust. Mehr hinterlegte Margin vergrößert den Puffer, schafft aber keinen Handelsvorteil und verändert nicht die Kurssensitivität der festen Menge.