Trading-Statistik: was ein Backtest wirklich aussagt · 4 / 5
Benchmark im Trading: Nettoergebnisse bei gleichem Kapital vergleichen
Ein positives Handelsergebnis kann hinter einer einfacheren Alternative zurückbleiben. Vergleiche Zeitraum, Kapital und Zahlungsstrombehandlung mit plausiblen Kosten. Erkläre anschließend Unterschiede in Exponierung und Drawdown, bevor du den Abstand interpretierst.
Athenum7 Min.Aktualisiert:
Den Vergleich vor Kenntnis des Gewinners festlegen
Eine Benchmark muss zur Forschungsfrage passen. Kaufen und Halten kann aktiven Handel mit passiver Exponierung desselben Assets vergleichen. Bargeld prüft unter einer festgelegten Verzinsung, ob sich das Risiko gegenüber Nichtinvestieren auszahlte. Beides gleicht Hebel, Marktabhängigkeit oder Liquidität nicht automatisch an.
Friere Benchmark, Zeitraum und Kostenmodell vor Ergebnisbetrachtung ein. Nachträglich den schwächsten Vergleich auszuwählen ist Rückschau. Hält die Strategie mehrere Assets oder Bargeld, lege das offen, statt den bloßen Renditeabstand als risikobereinigtes Alpha auszugeben.
Beide Endvermögen abstimmen
Starte mit gleichem Kapital, behandle Ein- und Auszahlungen konsistent und ziehe Ausführungsgebühren, Spread, Slippage, Funding sowie gegebenenfalls Leihkosten ab. Nutze ausführbare Kurse oder eine klar erklärte Simulation. Eine kostenlose Benchmark gegen eine belastete Strategie oder umgekehrt beantwortet eine andere Frage.
Vergleiche die zeitlichen Eigenkapitalkurven und nicht nur Endpunkte. Eine Strategie kann knapp zurückliegen und zugleich weniger Exponierung oder historischen Drawdown haben. Das ist ein messbarer Zielkonflikt, kein Grund für einen stillen Benchmarkwechsel. Historischer Drawdown begrenzt zukünftiges Risiko nicht.
Rechenbeispiel: Kosten drehen die Brutto-Rangfolge um
Beide hypothetischen Portfolios starten ohne externe Zahlungsströme mit 10.000 USDT. Aktiver Handel verdient brutto 800, zahlt aber insgesamt 200 modellierte Kosten und endet mit 10.600. Der passive Vergleich verdient brutto 700 und zahlt 20, endet also mit 10.680.
Bruttorenditen sind 8 % gegenüber 7 %, Nettorenditen 6 % gegenüber 6,8 %. Aus einem Prozentpunkt Vorsprung werden 0,8 Prozentpunkte Rückstand. Die Kosten sind konstruierte Summen, keine aktuellen Börsengebühren. Gleiche Risikoverläufe der beiden Portfolios werden nicht unterstellt.
| Portfolio | Brutto-P&L | Kosten | Netto-P&L | Endkapital |
|---|---|---|---|---|
| Aktiv | 800 | 200 | 600 | 10.600 |
| Passive Benchmark | 700 | 20 | 680 | 10.680 |
Diagramm vergrößern- Aktiv brutto: 800 USDT
- Benchmark brutto: 700 USDT
- Aktiv netto: 600 USDT
- Benchmark netto: 680 USDT
Unterschiedlicher Hebel kann einen irreführenden Sieg erzeugen
Doppelte Exponierung kann im günstigen Markt eine ungehebelte Benchmark schlagen und zugleich erheblich größere Verluste zulassen. Zeige Exponierung, Margingrenzen und Stressverhalten. Leite keine Kompetenz allein aus dem Renditeabstand ab und hebel die Benchmark nicht nachträglich passend zur gewünschten Geschichte.
Vor der Entscheidung
- Benchmark und Zeitraum vor der Auswertung festlegen.
- Kapital und Zahlungsstrombehandlung abstimmen.
- Netto-Endvermögen beider Verläufe nachvollziehen.
- Exponierung, Umsatz und Drawdown neben dem Renditeabstand zeigen.
Prüfe dein Verständnis
Beide Portfolios starten mit 20.000 USDT. Aktiv entstehen 1.400 brutto und 300 Kosten; die Benchmark erzielt 1.200 brutto und 40 Kosten. Wer hat die höhere Nettorendite?
Lösung mit Erklärung anzeigen
Aktiv verbleiben 1.100 beziehungsweise 5,5 %. Die Benchmark erreicht 1.160 beziehungsweise 5,8 %. Sie liegt 60 USDT oder 0,3 Prozentpunkte des Startkapitals vorne. Dies vergleicht Nettorenditen; Exponierung und Risiko bleiben separat zu untersuchen.