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Trading-Indikatoren verstehen: Berechnung und Aussagekraft · 3 / 5

Fair Value Gaps: Kerzenmuster und offene Orders unterscheiden

Ein aus Kerzen gezeichnetes Rechteck beschreibt diese Kerzen. Es verrät weder eine noch offene institutionelle Order noch deren Eigentümer oder eine Verpflichtung des Kurses, in das Rechteck zurückzukehren.

Athenum7 Min.Aktualisiert:

Festlegen, welche Lücke die Regel tatsächlich misst

Für diese Übung liegt ein bullisches Fair Value Gap aus drei Kerzen vor, wenn das Tief der dritten abgeschlossenen Kerze strikt über dem Hoch der ersten liegt und die mittlere Kerze über ihrem Eröffnungskurs schließt. Die Zone reicht vom ersten Hoch bis zum dritten Tief. Gleichheit erfüllt die strikte Regel nicht. Das ist eine festgelegte geometrische Konvention, keine allgemeingültige Definition aller Indikatoren mit der Bezeichnung FVG.

Eine vollständige Kurslücke zwischen benachbarten Kerzen ist ein anderer Vergleich: Das Tief der nächsten Kerze liegt über dem unmittelbar vorherigen Hoch. Ein FVG aus drei Kerzen überspringt beim Grenzvergleich die mittlere Kerze. Diese mittlere Kerze kann Ausführungen innerhalb der markierten Zone enthalten. Trenne die Definitionen, bevor du Ereignisse zählst oder behauptest, dort sei nicht gehandelt worden.

Jede Aussage an passende Daten binden

Ein Trade-Tape kann gemeldete Ausführungen dokumentieren. Ein fortgeführter Orderbuch-Snapshot samt Updates kann angezeigte Tiefe innerhalb der Feed-Abdeckung dokumentieren. Weder ein Kerzenrechteck noch eine spätere Kursreaktion ersetzt diese Datensätze. Auch ein öffentliches Orderbuch zeigt nicht sämtliche versteckten Orders, privaten Stops oder Teilnehmeridentitäten.

Definiere das spätere Ereignis vor seinem Eintritt: erstes Erreichen der oberen Grenze oder eines tieferen Niveaus, Erreichen der Mitte oder Durchquerung bis zur unteren Grenze. Hier zählt jeweils ein späteres Kerzentief auf oder unter der genannten Grenze. Diese Einordnung beweist keine Ausführung zu jedem dazwischenliegenden Kurs. Lege eine Beobachtungsfrist fest und behalte auch Zonen ohne entsprechendes Ereignis. Wer nur Rechtecke einzeichnet, die später als Unterstützung hielten, wählt bereits das Ergebnis aus, das untersucht werden soll.

Ein FVG von vier Einheiten trotz Trades der mittleren Kerze innerhalb der Zone

Die folgenden eigenen hypothetischen Kerzen erfüllen die Regel: 107 > 103, und die mittlere Kerze schließt bei 109 über ihrem Eröffnungskurs 102. Die Zone ist 4 Einheiten breit. Keines der benachbarten Paare weist eine vollständige Aufwärtslücke auf: Das Tief von Kerze 2 bei 101 liegt unter dem Hoch von Kerze 1 bei 103; das Tief von Kerze 3 bei 107 liegt unter dem Hoch von Kerze 2 bei 110.

Unterstelle, dass das zugehörige Tape der mittleren Kerze ausdrücklich Ausführungen bei 104,5 und 106 enthält. Diese Datensätze widerlegen für das Beispiel die Aussage „Zwischen 103 und 107 wurde nichts gehandelt“. Sie sagen weiterhin nichts über Orders aus, die nach Kerze 3 dort verbleiben. Erreicht ein späterer Rückgang ein Tief von 105,5, ist der Kurs in die Zone eingetreten. Er hat aber weder deren Mitte bei 105 noch die untere Grenze bei 103 erreicht.

Drei abgeschlossene hypothetische Kerzen desselben Instruments und Handelsplatzes; frei gewählte Preiseinheiten
KerzeEröffnungHochTiefSchluss
110010399102
2102110101109
3109112107111
Qualifizierende Kerzengeometrie, beobachtete Trades der mittleren Kerze und späteren Teilbesuch getrennt halten; nichts davon belegt offene institutionelle Orders.Diagramm vergrößern
  1. Zone: 103–107
  2. Trades: 104,5 und 106
  3. Späteres Tief: 105,5
  4. Erste Berührung: ja
  5. Vollständig durchquert: nein
Qualifizierende Kerzengeometrie, beobachtete Trades der mittleren Kerze und späteren Teilbesuch getrennt halten; nichts davon belegt offene institutionelle Orders.
Kerzen 1–3 verwenden die Tabellenpreise. Die goldene Zone reicht von 103 bis 107; Kreise markieren die beiden angenommenen Trades während Kerze 2. Die Raute zeigt das spätere Tief bei 105,5, oberhalb der gestrichelten Mitte bei 105. Horizontale Abstände messen keine Zeitdauer.

Drei abgeschlossene hypothetische Kerzen desselben Instruments und Handelsplatzes; frei gewählte Preiseinheiten.

Kerzen 1–3 verwenden die Tabellenpreise. Die goldene Zone reicht von 103 bis 107; Kreise markieren die beiden angenommenen Trades während Kerze 2. Die Raute zeigt das spätere Tief bei 105,5, oberhalb der gestrichelten Mitte bei 105. Horizontale Abstände messen keine Zeitdauer.

„Gefüllt“ braucht eine Ereignisdefinition

Ein Indikator kann ein Rechteck bei der ersten Berührung entfernen, während ein anderer es bis zur vollständigen Durchquerung behält. Bei identischen Preisen können ihre angezeigten Anzahlen deshalb abweichen. Keine der beiden Konventionen belegt, dass die Limit-Order eines Traders ausgeführt wurde. Dafür braucht es einen getrennten Ausführungsnachweis sowie die relevanten Annahmen zu Warteschlange und Liquidität.

Vor der Entscheidung

  • Kerzenungleichung und Richtungsregel vorab festlegen.
  • Drei-Kerzen-Lücken und benachbarte Lücken unterscheiden.
  • Ausführungsbehauptungen mit tatsächlichen Trades belegen.
  • Aussagen zur angezeigten Tiefe auf ein zeitlich passendes Orderbuch stützen.
  • Berührungsgrenze und Beobachtungsfrist festlegen.

Prüfe dein Verständnis

Die spätere Kerze erreicht ein Tief von 104,8. Welche Ereignisse sind für die Zone 103–107 nach den Definitionen erste Berührung, Mitte und vollständige Durchquerung eingetreten?

Lösung mit Erklärung anzeigen

Die erste Berührung und die Berührung der Mitte sind eingetreten, weil der Kurs unter 107 und 105 gelangt ist. Eine vollständige Durchquerung liegt nicht vor: 104,8 bleibt über 103. Diese Einordnung betrifft die festgelegten Preisgrenzen, keine tatsächliche Ausführung einer offenen Order.

Quellen und weiterführende Lektüre

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